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Tuesday Post 24 September 2019

von | Sep 24, 2019

Vor 13 Monaten sitzt ein Mädchen vor dem Parlament in Schweden. Allein. Sie ist gerade erst 15 Jahre alt. Eigentlich müsste sie in der Schule sein. Aber da will sie nicht mehr hin, denn sie macht sich Sorgen. Um ihre Zukunft. Um die Erde. Um das Klima.

Sie ist der festen Überzeugung, dass etwas passieren muss. Dass die Menschen gerade dabei sind, ihren Kindern und Kindeskindern in der ganzen Welt die Zukunft zu rauben, indem sie sich nicht darum scheren, wie sie diesen Planeten ihren Nachfahren hinterlassen. Sie ist überzeugt davon, dass ein kleiner Teil der Welt einen Lebensstil pflegt, für den ein großer Teil der Welt den Preis bezahlt.

Das Mädchen will die Menschen in ihrer Stadt, in ihrem Land aufrütteln. Doch sie ist allein, fast noch ein Kind. Sie sitzt da, hat ein Schild dabei, acht Schulbücher und ein Blatt Papier mit Forderungen an die schwedischen Politiker. Sie will nicht mehr, sie streikt. Am nächsten Tag folgen ihr acht weitere Schüler, auch ein Lehrer schließt sich ihrem Streikaufruf an. Tag für Tag wächst die Zahl der Streikenden vor dem Parlament. Nach der Parlamentswahl im September 2018 ruft das Mädchen einen Tag in der Woche zum Streik- und Aktionstag aus. Die „Fridays for Future“ sind geboren.

Im November gibt es schon Schüler in 200 weiteren schwedischen Kommunen, die ebenfalls für eine andere Klimapolitik streiken. Jugendliche in Dänemark, Finnland, Belgien und Frankreich folgen dem Beispiel. Eine Bewegung ist entstanden und ein Jahr später demonstrieren tatsächlich mehrere Millionen Menschen in 150 Staaten in der ganzen Welt für die Ziele, die das Mädchen an einem Augusttag für sich formuliert hat.

Das Mädchen ist mittlerweile 16, ihr Name gehört zu de bekanntesten in der Welt. Sie redet mit Politkern, spricht vor der UNO und auf dem Weltwirtschaftsforum. Hat sie das vor einem Jahr für möglich gehalten? Wohl kaum. Wusste sie, ob die Menschen ihr zuhören werden? Nein. Sie war einfach nur davon überzeugt, was sie tut und sagt. Unerschütterlich und klar.

Als Reporter Greta Thunberg im August 2018 fragten, was denn das bringen könne, dass ein paar Schüler streiken, da antwortete sie: „Ich glaube daran, dass ein einzelner Mensch einen Unterschied machen kann.“ Ja, das kann er. Mit Überzeugung, Mut, Ausdauer und Freude können wir Unglaubliches bewirken. Ein Mädchen aus Stockholm lebt uns das vor. Lasst uns also wieder mehr an die Kraft glauben, die in uns steckt. Seit Greta Thunberg gibt es keine Ausreden mehr. Dinge verändern sich, wenn du es wirklich willst und dafür kämpfst, sagt ein nachdenklicher Mounir.