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Tuesday Post 20 August 2019

von | Aug 20, 2019

Wenn ich mich mit Leuten unterhalte bin ich manchmal überrascht, wie negativ auf den Alltag und das Leben geschaut wird. Die Welt geht den Bach runter, höre ich dann. Früher war alles besser, ist auch so ein Satz, der öfters fällt. Die Flüchtlinge, die Ausländer, die hohen Preise, alles ganz schlimm. Geht es um Reiseländer wie Kolumbien oder Brasilien sagen diese Menschen gerne, „das soll ja ganz gefährlich sein“. Der letzte Polizeibericht von Samstagnacht wird auch schnell mal heruntergebetet, um dann zu schimpfen, man kann ja noch nicht einmal am Abend unbehelligt draußen spazieren gehen; den Euro gibt es selbstverständlich auch bald nicht mehr und die Politiker wirtschaften eh alle in die eigene Tasche.

Was bringt Menschen zu einer solch negativen Haltung? Und die noch viel bessere Frage: Was macht das mit ihnen? Wie will man einen positiven Blick auf die Welt behalten, wenn man sich den ganzen Tag mit negativen Nachrichten und Dingen beschäftigt? Ich bin davon überzeugt, dass die Gedanken unser Verhalten prägen und ein Stück weit auch das beeinflussen, was um uns herum passiert.

Stell dir vor, Horst hört fünf Geschichten darüber, wie jemand in Madrid beklaut wurde. Sein Freund Wilfried dagegen hört fünf Geschichten darüber, wie toll man in Madrid nachts noch durch die Straßen gehen kann. Horst und Wilfried werden ihre Tage in der spanischen Hauptstadt völlig unterschiedlich verbringen. Der Unterschied findet vor allem im Kopf statt. Beide Varianten haben ihre Berechtigung und trotzdem hat jeder die Wahl, wie er auf Madrid schauen will. Im übertragenen Sinn heißt das: Es ist deine ganz persönliche Perspektive, wie du auf dich, die Welt und andere schaust. Und sie ist vor allem davon beeinflusst, welchen Input du deinem Kopf geben willst.

Ich verstehe es nicht, wenn Menschen sehr viel Wert auf ihr Äußeres legen, bei der Nahrung nur das Allerbeste zu sich nehmen, keinen Alkohol trinken, etc, und auf der anderen Seite ihr Hirn ausschließlich mit negativen und belastenden Informationen versorgen. Stellt euch mal unser Hirn als einen großen Garten vor. Gilt es nicht, ihn zu pflegen, darauf achtzugeben, was dort wächst und gedeiht? Würdest du in diesem schönen Garten Müll abladen wollen? Nein, natürlich nicht. Aber im Alltag sind ganze Armeen von Müllwagen mit Ideen- und Gedankenabfall unterwegs, die unseren Geist belasten.

Es geht nicht darum, schlechte Nachrichten grundsätzlich auszublenden oder der Wahrheit nicht ins Auge schauen zu wollen. Der Komposthaufen hat seine Daseinsberechtigung neben dem Rosenbeet. Es geht jedoch um die richtige Balance und darum, Bewusstheit darüber zu erlangen, welche Informationen und Eindrücke ich haben möchte und wie viel davon. Lasst uns also unseren Garten im Kopf besser pflegen und den Blick für das Schöne und Gute schärfen, sagt ein nachdenklicher Mounir.