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Tuesday Post 07 Mai 2019

von | Mai 7, 2019

Wie wunderbar es eigentlich ist, wenn da nichts ist. Einfach nichts. Ruhe. Stille. Viele kennen diese Momente, wenn man in der Natur unterwegs ist, an einem einsamen wunderschönen Ort sitzt und nichts und niemand die Energie und Kraft des Augenblicks stört. Es ist ein leerer Raum, der nicht gefüllt wird, weil man glaubt ihn füllen zu müssen. Es gibt wenig, was so verstärkend wirken kann wie Stille.

Das ist auch in Gesprächen so. Worte entwickeln eine ganz andere Bedeutung und Wirkung, wenn sie Platz bekommen, um wirklich gehört zu werden. Ich selbst merke das oft bei der Arbeit, wenn ich eine Frage stelle und merke, dass ich einen wunden Punkt getroffen habe. Der erste Impuls ist zu reden, zu erklären, hinzuweisen. Und doch liegt die wahre Kraft dieses Moments darin, so lange zu warten bis sich beim Gegenüber die Gedanken und Gefühle zu Worten gebildet haben. Eben nicht die Stille zu stören, weil es sich ungewohnt anfühlt.

Wir Menschen halten Stille nur schwer aus. Das kennen wir ja auch von Treffen im privaten Bereich. Vielleicht kennt man sich noch nicht so gut. Vielleicht denkt der andere gerade nach. Wir interpretieren dies immer als unangenehm. Dabei kann Stille genauso etwas ausdrücken wie ein Wort. Ja manchmal ist sie viel, viel stärker als jeder Satz. Und viele Menschen machen die wundervollsten Momente kaputt – weil sie glauben quatschen zu müssen. Stille steht für etwas, doch viel zu selten wollen wir wirklich ihre Botschaft herausfinden.

Wer mit seinem Gegenüber mal für einen Moment innehalten kann, um Dinge sacken zu lassen, damit das Gesagte wirklich ankommen kann, erlebt Besonderes. Und ja, manchmal will uns die eingekehrte Ruhe vielleicht auch sagen, dass da nicht viele Gemeinsamkeiten sind. Auch das gilt es wahrzunehmen. Was ich sagen will ist: Lasst uns mehr darauf achten, ob wir was sagen. Denn dann wird auch das Wie an Qualität gewinnen. Weniger kann da manchmal mehr sein, glaubt ein nachdenklicher Mounir.