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Naturmoment

von | Sep 29, 2020

Du sitzt und staunst. Du siehst und fühlst. Du erlebst und spürst.

In der Natur ist alles so einfach. Die Dinge wirken klar, aufgeräumt und natürlich schön.

Nichts stört den Gedankenfluss, Nichts bedrängt dich. Nichts bewertet, meint oder glaubt.

Alles ist okay so wie es ist.

Die Ewigkeit vor dir macht dich sprachlos. Berge, Himmel, Flüsse – die Natur erzählt dir die wahre Geschichte des Lebens. Alles war schon immer da und wir Menschen sind nicht mehr als Staubkörner in diesem Universum der Zeit. Du fühlst Respekt und Ehrfurcht. Die Welt ist groß und schön. Und wir? Dürfen für einen Atemzug der Weltgeschichte an diesem bunten Treiben teilnehmen. Wir werden nicht gefragt, wann wir kommen und wie wir gehen. Dazwischen mühen wir uns, Sinn zu geben und zu erleben. Eine Ohnmacht, der wir aus dem Weg gehen, indem wir unser Leben mit Aufgaben, Projekten und Träumen füllen. 

Und dann bist du auf einmal fern von Menschen, fern von Städten, fern von Nachrichten und sagst dir: Eigentlich brauche ich nicht viel. Hier draußen bekommst du ein Gefühl dafür, was auf dir lastet, was dich beschwert, was dir den Blick verstellt.

Im Alltag ziehen wir uns eine fremde Schicht nach der anderen an, überlagern unsere Gedanken und Gefühle mit Oberflächlichkeiten, spielen ein ernstes Spiel mit auferlegten Identitäten, versuchen das zu verbergen, was eigentlich tief in uns steckt an Gedanken, Empfindungen und Gefühlen.

Im Antlitz der mächtigen Natur wird vieles, was uns sonst so antreibt, klein und nichtig. Du bist dankbar für die Ruhe, für die Stille, für das Fühlen. Dein Herzschlag wird ruhig, dein Blick klar. In Verbindung mit der Natur erlebst du dich wahrhaftig als Mensch. Doch dafür braucht es Geduld und Muße. Und wann haben wir dafür schon Zeit? Wann laden wir uns schon selbst ein, um uns besser kennenzulernen? Wann wagen wir zu schauen, was in der Stille an Gedanken und Gefühlen hochkommt? Wann geht es einfach nur um uns selbst?

Ich hatte in den Bergen einen wundervollen Moment mit mir, mit der Welt, mit dem, was war und ist. Der muss nicht lange dauern, aber er füllt dich mit Energie, Demut und Dankbarkeit. Alles war im Einklang. Die Natur ist unser Freund und Helfer, Zuhörer und Erzähler. Doch es kommt auf dich an, was du hörst und was du redest. Manchmal vergessen wir wie schön die Natur ist und wie tief im Inneren wir mit ihr verbunden sind, sagt ein nachdenklicher Mounir.